Nordrhein-Westfalen

18.12.2008: Kormoranjagd in Mülheim (Ruhr)

Anm.: Hier geben wir eine Mail vom 18.12.2008 an die Gänsewacht (Sektion NRW) wieder, welche recht anschaulich zeigt, dass sich unsere Unterstützer geradezu "von selbst" einfinden..   

 

Hallo XXXXXXXXXXXXXXXX,
 
ich nehme mal stark an, dass wir uns vom Sehen vielleicht schon kennen? Ich wohne mit meinem Mann fast direkt an der Ruhr und wir laufen täglich mit unserem Hund an der Ruhr entlang. Und wenn Sie letzten Samstag an der Ruhr bei der Gänsewacht beteiligt waren, haben Sie auch meinen Mann schon kennengelernt. Ich bin über den Handzettel der Gänsewacht auf Ihre Website + eMail-Adresse gestoßen.
 
Weshalb ich Ihnen heute schreibe, ist meine Beobachtung von heute morgen. Im Dunkeln bereits, so um halb acht Uhr morgens, fielen die ersten Schüsse. Ich war zwar erschrocken, aber habe dem erst nicht viel Bedeutung beigemessen. "Vielleicht nur irgendso ein Idiot, der Hasen jagt", dachte ich... es kommt ja nicht selten vor, dass auch Abends in den Ruhrauen vereinzelt Schüsse zu hören sind. Aber nein. Es wurden immer mehr Schüsse, entlang der ganzen Ruhr. Trotz dichtem Nebel! Die Jäger müssen sich einzeln überall verteilt haben. Alle Gassigänger und morgentlichen "Zur-Arbeit-Fahrer", die ich traf, waren sehr verärgert über die Ballerei. Gezielt wurde auf alles, was Flügel hat. Und auch in unsere Richtung, allerdings "nur" in die Luft (was zugegebenermaßen schwer nachzuweisen ist), als wir zu mehreren stehenblieben und uns über den Jäger unterhielten, der zwischen Wehr und Jugendherberge am Kahlenberg stand und Kormorane schoß. Auf unsere Köpfe rieselten von oben die Restbestandteile des Schrots herab, obwohl der Kormoran, den er schießen hätte wollen würden, in eine völlig andere Richtung geflogen war! Solche "Warnschüsse" haben mein Mann und ich bereits mehrfach am eigenen Leibe miterlebt, und mir ist dabei alles andere als wohl. Wenngleich natürlich die Distanz dabei hoffentlich die größte Sicherheit bietet...
 
Ein Spaziergänger berichtete mir heute morgen, dass - wieder einmal - die Kadaver oder halbtoten Tiere nicht einmal aus dem Wasser gefischt wurden. Klar, die Ruhr ist ja stellenweise auch viel zu breit, um überhaupt einen Jagdhund dafür ins Wasser zu schicken. Allerdings hatte der besagte Jäger auch gar keinen Jagdhund dabei. Nur so einen sehr gepflegten "fluffigen" weißen Schäferhund, der nicht ein einziges Mal zum Kadaverholen geschickt worden ist. Sicherlich ist er sowieso nicht unbedingt der tauglichste für soetwas. Meines Wissens ist es ein Jagdverstoß, ohne Jagdhund zu jagen?
 
Ich habe mich auch an die Bürgeragentur mit einer Beschwerde gewandt und bin mal gespannt, welche Reaktion von dort kommt. Mich hat es jedenfalls sehr geärgert, dass nun auch noch unterhalb der Woche gejagt wird und nicht "nur" am Samstag. Was ja an sich sowieso schon ziemlich blöd ist - dazu noch im Naturschutzgebiet wo alle paar 100 Meter ein Schild dazu auffordert, die wild lebenden Tiere nicht zu stören...
 
Ich würde mich wohl an der ein oder anderen Aktion beteiligen, wenn Sie in dieser Hinsicht etwas planen. Ich würde die Jäger zu gern vertreiben. Würde mich freuen, von Ihnen zu hören!
 
Herzliche Grüße,
XXXXXXXXXXXXXX