Niedersachsen

13.12.2008. Jagd mit Lockenten Westhauderfehn (TK: 2811/3/14S)

Sehr geehrte Damen und Herren!

Betr. Jagdrevier Westrhauderfehn, westlich des Davidswegs und östlich der 2. Südwieke, TK: 2811/3/14S

Zum wiederholten Male ist heute am 13.12.2008 westlich meines Wohnhaus (XXXXXXXXXXX) an einem See Jagd auf Enten mit lebenden Stockenten und ohne Jagdhund verübt worden.

Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal beobachtet, wie auf tierquälerische Weise Entenjagd mit lebenden Enten betrieben wurde. Ich hatte mich damals brieflich an den damaligen Hegeringsleiter Herrn F. L. gewand.

Leider ist/sind der Jagdberechtigte/n sehr uneinsichtig.

Hier eine kurze Schilderung von heute:

Als ich heute nachmittag Schüsse hörte und auf den besagten See blickte, sah ich zwei leblos aussehende Stockenten auf dem Wasser treiben.

Ich sprach die Jäger sofort dauf an und fragte, ob es sich um lebende Tiere handelt. Sie verneinten mir dieses. Im nächsten Augenblick fing eine Ente wild an zu "flattern". Sie hatten mich also angelogen.

Desweiteren fragte ich sie, ob sie keinen Jagdhund dabei hätten? Zur Antwort bekam ich : "Der ist wegen der Kälte im Kofferraum".

Ich machte sie darauf aufmerksam, das ich sofort die Polizei rufen würde. Auf dem kurzen Fußweg nach Hause fielen zwei Schüsse. Sie hatten also die Lockenten erlegt und eine Anzeige bei der Polizei hatte sich damit erledigt.

Ich bitte um Benachrichtigung des Revierinhabers bezüglich dieses Vorfalls und um Stellungnahme an mich.

Anlage:

2 Fotos

Mit freundlichen Grüßen

M.

 

Fahrzeug des Jägerst

 

Jäger mit den erschossenen Lockenten 

05.12.2008: Gänsejagd am Großen Meer (Südteil)

Am Abend des 5.12. habe ich mir mal den Einflug der Gänse am Großen Meer Südteil angesehen. Das war höchst interessant. 16:00 Uhr waren bereits zahlreiche Graugänse besonders auf dem "Kleinen Meer" (Hieve) lautstark zu hören. Erst ab 16:45 (Sonnenuntergang war 16:14 bei sehr bedecktem Himmel um die Uhrzeit kaum noch was zu erkennen) kamen die arktischen Gänse in großer Zahl. Ich habe ca. 3500 Blessgänse und 600-700 Nonnengänse geschätzt. Während des Einflugs der arktischen Gänse konnte ich zwei Schüsse auf die einfliegenden Gänse zählen, die doch dort eigentlich gar nicht bejagt werden dürfen.

Mindestens zwei Jäger konnte ich feststellen. Ein Besuch am Abend lohnt sich dort also. Insbesondere die Nonnengänse waren interessant, denn zuvor habe ich im Feld nicht diese große Zahl gefunden. Wo kamen die her?

H.

Beobachtungsvermerk

Erstellt und übermittelt von Steffen Hollerbach.

Hinweis: Die im Text aus Gründen des Datenschutzes unkenntlich gemachten Namen anderer Beteiligter sind der Redaktion bekannt.


Gänsejagd am 12. November 2008 im EU-Vogelschutzgebiet nordwestlich Dellien

(SPA 2832-401 Niedersächsische Mittelelbe)

Beim Verlassen der Storkenkate in Preten gegen 16:45 hörte ich Schüsse aus Richtung Osten. Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad über Dellien und über den Wirtschaftsweg Richtung Rosien traf ich an der Stelle, wo der Weg auf den Rosiener Schöpfwerksgraben trifft, auf das Auto eines Jägers (s. Foto).
Um 16.55 Uhr erschienen Gänse aus nördlicher Richtung in einer Höhe von ca. 40 m, die beim Anflug auf ein nahe gelegenes Schlafgewässer von am Weg stehenden Jägern beschossen wurden. An der Jagd waren mindestens 3 Schützen und ein Hund beteiligt.


Ich sprach einen der anwesenden Jäger, den mir bekannten Herrn L.-H. , an. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass es sich bei den beschossenen Gänsen meiner Einschätzung nach nicht um Graugänse gehandelt habe und bei der eingetretenen Dunkelheit eine sichere Artbestimmung doch ohnehin nicht möglich sei. Mir als langjährig erfahrenem Ornithologen war es jedenfalls trotz Nutzung eines Fernglases (Zeiss 10x40) nicht möglich die betroffenen Gänsearten zu bestimmen. Ich konnte nur die Umrisse der Tiere gegen den helleren Himmel ausmachen. Die Sichtverhältnisse habe ich durch ein weiteres Foto um 17:00 Uhr dokumentiert. Auch zu diesem Zeitpunkt wurden weiter Gänse geschossen. Die erlegten Gänse wurden während meiner Anwesenheit nicht eingesammelt.
Zu Hause (Rosien) angekommen hörte ich gegen 17:15 Uhr immer noch Schüsse aus Richtung Sudeniederung.


Ich konnte während meiner gesamten Beobachtungszeit keine Graugans hören.


Am nächsten Morgen habe ich das Areal um den Schlafplatz abgesucht und eine frisch tote Blässgans gefunden. Weiterhin habe ich 4 frische „Aufschlagstellen“, die durch Ansammlungen von Kleingefieder zu erkennen waren, registriert.


Nach telefonischer Rücksprache mit Herrn M. von der Polizeistelle in Neuhaus bat er mich, die gefundene Blässgans zur Beweissicherung mitzunehmen. Die Gans wurde eingefroren.
Die Jagd fand innerhalb des EU-Vogelschutzgebiets (SPA 2832-401 Niedersächsische Mittelelbe) statt. Hier ist nach der im Jahre 2008 überarbeiteten Niedersächsischen Jagzeitenverordnung die Jagd u.a. auf Saat- und Blässgänse untersagt.

Foto1


Situation um16:55 Uhr. Standort am Fahrzeug des Jägers mit Blick entlang des Weges nach Südost. In diesem Moment wurde der Gänseschwarm (Pfeil) beschossen.

 

 

Foto2


Situation um 17:00 Uhr. Auf der Weiterfahrt Richtung Rosien. Blickrichtung zurück nach Westen. Auch zu diesem Zeitpunkt wurde auf einfallende Gänse geschossen.

 

 

Foto3


Am 13.11. gegen 7:45 Uhr wurde diese tote Blässgans am Schlafgewässer gefunden.

 

 

Foto4


Eine von 4 gefundenen Aufschlagstellen von geschossenen Gänsen. Die Federn wurden für eventuelle Nachbestimmungen eingesammelt.

Ergänzung zum Beobachtungsvermerk Gänsejagd
Am Freitag dem 14. 11.08 habe ich gegen 16:00 erneut Herrn L.-H. auf meinem Heimweg getroffen. Er stieg mit einem weiteren Jäger aus dem Auto (gleicher Ort wie 12.11.08). Es war offensichtlich, dass er erneut Gänse am Schlafgewässer jagen möchte. Kurz vor Querung des Rosiener Winterdeiches konnte ich beobachten, wie sich beide Jäger am Rand des Weges postierten. Nach einem beratenden Gespräch mit Herrn H. und Herrn P. fuhr ich zur Polizeiwache in Neuhaus, traf aber leider niemanden an. Somit schilderte ich den Vorgang, auch mit der Begebenheit vom 12. November 08 Herrn R. von der Wache Dannenberg mit der Bitte vor Ort zu erscheinen. Ich äußerte Ihm gegenüber auch, dass es sich beim Abschuss von Saat- und Blässgänsen um eine Straftat handeln könnte. Noch während des Gespräches wurde er zu einem Unfall gerufen.


Allein fuhr ich nun mit dem Auto den Weg nach Dellien, um Herrn N. zu bitten mitzukommen. Das Auto des Jägers stand noch am selben Ort. Auf dem Weg zurück nach Hause gegen 17:15 kam mir Herr L.-H. mit einer toten Gans entgegen. Offensichtlich war die Jagd beendet. Ich hielt an. Noch im Auto sitzend, fielen mir die orangefarbenen Beine, wie sie für eine Graugans untypisch sind, auf. Ich stieg aus und bat Herrn L.-H. mir die Gans zu zeigen. Darauf hin übergab er mir die Gans. Nach einer genauen Betrachtung des Kopfes und des Schnabels erkannte ich, dass es sich bei der frisch erlegten Gans nicht um eine Graugans handelte. Der Schnabel war nicht so massiv und rosafarbenen, wie bei einer Graugans. Bei diesem Vogel war der Schnabel schwarz und orangegelb gefärbt. Um eine Verschmutzung mit Erde auszuschließen, wischte ich noch kurz über den Schnabel. Bei den von mir festgestellten Merkmalen kann es sich bei dieser Gans nur um eine Saatgans handeln. Meine Artbestimmung teilte ich Herrn L.-H. mit und sagte ihm, dass ich darüber die Polizei informieren werde. Die Möglichkeit ein Belegfoto zu machen, gab er mir nicht.


Noch vor Ort meldete ich meine Beobachtung der Polizei. Da Dannenberg nicht besetzt war, wurde ich nach Lüchow durchgestellt. Der dortige Kollege teilte mir mit, dass er Herrn R. informieren werde. Anschließend informierte ich Herrn P. und Herrn H. über den Vorgang.


Steffen Hollerbach