Stellungnahme des ÖJV zur Gänsejagd

Anm.: Heute erreichte uns eine Stellungnahme des Ökologischen Jagdverbands zum Thema Ausweitung der Jagdzeiten auf Gänse im Allgemeinen und Tötung von Jungvögeln im Besonderen. Wir möchten uns an dieser Stelle beim ÖJV für die klaren Worte bedanken. -WH

 

Der ÖJV ist strikt gegen jegliche Tötungsaktionen von Jungvögeln.

Wir haben uns dezidiert gegen die Aufnahme weiterer Gänsearten ins Jagdrecht und eine Ausdehnung der Jagdzeiten ausgesprochen, wie das z.B. in Niedersachsen kürzlich geschehen ist. Ziehende arktische Arten sollten überhaupt nicht dem Jadgrecht unterliegen, da gerade bei Ihnen  hohe Verwechslungsgefahr mit seltenen, geschützten Arten besteht.

Aus Sicht des ÖJV ist lediglich eine schonende Bejagung der heimischen Graugans zur sinnvollen Nutzung akzeptabel. Dabei ist darauf zu achten, dass durch die Wahl von Ort und Zeitpunkt möglicher Abschüsse keine weiteren, insbesondere geschützten, Arten gestört werden. Im Zweifelsfall hat die Bejagung zu unterbleiben.

Darüber hinaus stehen wir allen Regulierungsmaßnahmen von Gänsepopulationen skeptisch gegenüber, sie erhöhen die Fluchtdistanz und, schränken den nutzbaren Lebensraum für die bejagten Arten ein. Da auch der Energiebedarf steigt, nehmen Fraßschäden auf landwirtschaftlichen Flächen eher zu.

Managementpläne für ziehende Arten müssen die gesamten Lebensräume berücksichtigen und können nicht auf der Ebene einzelner Bundesländer entschieden werden.

Wir haben in unserer Zeitschrift ÖKOJAGD bereits häufiger kritisch über die Gänsejagd berichtet.


mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Emmert
ÖJV-Bundesvorsitzende