Beweggründe zur Gänsewacht


Aktuell (17.12.2014) Pressemitteilung: Niedersachsen: Instrumentalisierung der Geflügelpest-Ausbrüche durch Jagdlobbyisten?

Aktuell (15.12.2014): Die Schwaneninitiative Bad-Münster/Bad-Kreuznach bittet um Ihre Mithilfe: Verschwundene schwäne

Aktuell (4.11.2014): Wir gratulieren Eilert Voß zur Würdigung seiner unermüdlichen Arbeit für die Gänsewacht durch Erhalt des Preises für besondere Verdienste beim Schutz freilebender Tiere, welcher ihm am morgigen Mittwoch durch die Bremer Karl Kaus-Stiftung verliehen wird.

Nach wie vor Aktuell: Bitte um Mitzeichnung der Petition gegen die ungeregelte Jagd auf Grau-, Nil-, und Kanadagänse in Bayern. Siehe hierzu auch: www.gaensewelt.de

Jagd im Centro Oberhausen - Vom Vorzeigeprojekt einer "Neuen Mitte" zur wohl teuersten Schießbude der Welt

Hinweis: Weitere aktuelle Informationen zum Thema "Wasservogeljagd" finden Sie auf den Internetseiten des Wattenrat Ost-Friesland. Ein Klick auf das Banner führt Sie direkt zur dortigen Themenübersicht.

Wattenrat Ost-Friesland

Special: Gänsewacht in Petkum

Lieber Besucher,

auf diesen Seiten geht es weniger um grundsätzliche Fragen bezüglich des Sinns oder Unsinns der Jagd als solche. Auch wenn diese grundsätzlichen Fragen überaus berechtigt sind, etwa ob und wie weit in der heutigen Zeit und unter Zugrundelegung aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands ein „Naturschutz mittels Schusswaffen“ überhaupt erforderlich ist: Zentrales Thema auf den Seiten der Gänsewacht sollen die durch die Jagd verursachten „Kolateralschäden“ sein. Dieser Begriff entstammt der Kriegsrhetorik und bezeichnet dort in aller Regel „versehentlich, aber unvermeidlich“ getötete und verletzte Zivilisten. Zwar führt die Jägerschaft nach eigenem Bekunden keinen Krieg, sondern reguliert (z.B. „Überpopulationen“ an Hasen, Füchsen, Hirsche..) oder bekämpft „Schädlinge“ (Kormorane, Gänse, Wildschweine und auch schon mal einen Braunbären oder Wolf..). In Deutschland gibt es derzeit etwa 300.000 „Jagdausübungsberechtigte“, wie der gemeine Jäger im Amtsdeutsch auch genannt wird. Die Mannstärke des Heeres der Bundeswehr liegt im Vergleich bei rund 100.000 Soldaten.

Collateral damage & Friendly fire


Dass mitunter nicht nur auf der Strecke bleibt, was nach Dünken des Waidmanns dort hin gehört, das entnehmen aufmerksame Zeitungsleser bereits den ziemlich regelmäßig veröffentlichten Berichten über „Jagdunfälle“. Da wird dann durchaus schon mal – im Eifer des Gefechts – ein Bundeswehrsoldat mit einem Fuchs, ein Jagdkumpan mit einem Hasen und ein Spaziergänger mit einer Gans verwechselt. Kann ja schließlich mal vorkommen - und kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.

Weitaus häufiger kommt es allerdings nach Ansicht von Feldbiologen und Ornithologen zu Verwechslungen geschützter Tierarten mit jagdbarem Wild. Darüber hinaus werden bei zu großer Schussentfernung viele der überfliegenden Gänse verletzt, ohne sie zu töten. Das IZW (Leibniz Institute for Zoo & Wildlife Research, Berlin) berichtet, je nach Art, von zwischen 20-45 Prozent angeschossener Altvögel!

Diese Tatsachen bieten uns hinreichend Anlass, dem Jäger auf den Abzugsfinger zu schauen. Jeder Umgang mit Schusswaffen erfordert besondere Verantwortung. Es wäre zum Beispiel im Polizeidienst eines Rechtsstaats undenkbar, eine Schussabgabe ohne klares Ziel überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen. Dass hingegen in Jägerkreisen mitunter ganz andere Maßstäbe zu gelten scheinen, belegt die gegenüber der TAZ getätigte Aussage des Auricher Oberjägers Claas Janssen: Für ihn sind Fehlschüsse nur ein Kavaliersdelikt. Dass also auf nicht gemäß Jagdrecht als "Jagdbares Wild" deklarierte Tiere nicht nur nicht ein bißchen sondern gar nicht geschossen werden darf, hat sich offensichtlich in Waidmannskreisen noch nicht sehr weit herumgesprochen.

Manche „Probleme“ – zu viele Gänse, Enten, Kormorane (übrigens in aller Regel stets ohne Bezugsnormal als „zu viel“ postuliert) und andere zu bekämpfende „Schädlinge“ -entwickeln sich überhaupt erst, je nach dem wer und mit welchen Methoden sie zu lösen trachtet, durch diese Lösungsversuche zu ausgewachsenen Katastrophen. Für und in Bezug auf „Jagdausübungsberechtigte“ scheint das leider in besonderem Maße zu gelten.

Dem abzuhelfen ist das primäre Anliegen der Gänsewacht.

In der Erkenntnis, dass eine gedeihliche Zukunft der Menschheit nur in Koexistenz mit der Natur möglich ist - und eben nicht, indem man ziel- und wahllos Schüsse auf sie abgibt.

Werner Hupperich

 

Weitere Informationen über die Gänsewacht entnehmen Sie bitte unserer Selbstdarstellung